Wanderung rund um den Hessenstein mit herrlichem Gourmet-Picknick im Sommergarten der Ole Liese

Ein herrlicher Tag für eine Wanderung zum Stiftungsland Hessenstein mit anschließendem Naturgenuss-Gourmet Picknick im Garten der Ole Liese auf Gut Panker, da waren wir uns alle einig! Die Sonne schien, die Vögel zwitscherten – ein kleiner Traum. Um 10.00 Uhr am Sonntag, den 8. Juli versammelte sich eine muntere Schar von wanderlustigen Naturliebhabern vor der Olen Liese auf Gut Panker.

Die „Ole Liese“ auf Gut Panker

Das urige Wirtshaus, inzwischen ein Reiseziel für Gourmets und Landlustliebhaber aus ganz Deutschland und Skandinavien, wurde bereits 1797 gegründet. Das Eingangsschild weist knurrig norddeutsch darauf hin. „In de Ole Liese. Hier geiht dat na de Wiese: De Werth de süpt dat Beste segt „Prost“ min Leven Gäste.“ Übersetzt: „In der Alten Liese, da geht es nach der Weise: Der Wirt der trinkt das Beste, sagt „Prost“ meine lieben Gäste.“ Die Ole Liese hat eine lange Geschichte. Nachzulesen auf der Webseite www.ole-liese.de

Das Gut Panker gehört zur Hessischen Hausstiftung, eine Familienstiftung. Sie hat sich zur Aufgabe gemacht, Kulturwerte des hessischen Fürstenhauses zu erhalten, die im Laufe von über acht Jahrhunderten zusammengetragen wurden. Daher wird das Gut Panker sehr gut gepflegt und liebevoll gehegt. Seit gut 12 Jahren bewirtschaftet das Ehepaar Oliver und Birthe Domnick die „Ole Liese“, das Gästehaus „Alte Schule“ sowie die „Alte Meierei“, auch Gästehaus.

Der Chefkoch Volker Fuhrwerk sorgt für alles rund um Küche und Küchengarten und setzt mit seiner frischen regionalen, modern-klassischen Küche internationale Genuss-Akzente. So holte er erneut mit dem Gourmet Restaurant „1797“ einen Michelin Stern, im Gault Millau erhielt die Küche 15 Punkte „mit dem hohen Grad an Kochkunst, Kreativität & Qualität“ und auch im Gusto 2017 ist die Ole Liese vertreten. Seit 2018 ist die Ole Liese der Kooperationspartner des Naturgenussfestivals SH – wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit.

Antje Bubbert, zertifizierte Naturführerin, wird uns also heute über Stock und Stein, verwunschene Wege mit Blick auf den großen Binnensee und die Ostsee, übers Stiftungsland Hessenstein führen.

Antje Bubert führt uns durch die Holsteinische Schweiz zum Stiftungsland Hessenstein

Zuerst gehts über das Gelände des Gut Panker, zum See und vorbei am schönen Torhaus. Viel Geschichte lauert hier hinter jeder Ecke – oder eine buschige Katze, die angetrottet kommt und von uns gestreichelt werden will. Die vielen kleinen, inhabergeführten Läden wie z.B. das Einrichtungsgeschäft der Hammerichs neben der Ole Liese, laden zum Stöbern ein. Aber das später, nach der Tour. Nicht shoppen, sondern wandern und schauen ist das Motto! Jetzt gehts erstmal los!

So manche Pflanze wird am Wegesrand gefunden und Antje erklärt geduldig. „Oh, was ist das denn für eine komische Distel?“ ruft eine Teilnehmerin. „Das ist eine Kohldistel. Sie gehört zur Familie der Korbblütler und man sieht sie recht häufig. Richtig heißt sie „Kohl-Kratzdistel. Die kann ganz schön hoch wachsen, bis zu 1,70m. Sie kratzt nur und sticht nicht. Tatsächlich kann man fast alles an ihr essen – wenn man mag.“ grinst Antje. Sie selbst ist nicht immer vom Geschmack der Wildpflanzen

Eine Kohlkratzdistel – die heimische Artischocke!

überzeugt. Aber die Kohldistel mag sie schon. „Die Blätter kann man garen und essen. Auch auf Pizza schmecken die lecker, hab ich schon ausprobiert. Das beste ist aber der Blütenboden, schaut mal! Das sieht wie eine Artischocke aus und genauso kann man sie auch garen und essen. Schmeckt ähnlich mit leichtem Kohlgeschmack.“

Eine wunderbare Wanderung mit vielen Ausblicken auf den großen Binnensee – hier zeigt Antje die Kopie eines Gemäldes und tatsächlich, vor 200 Jahren sah es genauso aus, wenn man von diesem Hügel hinabschaut!

Man muss nicht immer in die Ferne reisen – denn die wunderbare Landschaft der Holsteinischen Schweiz ist ganz nah. Zwar blühen jetzt keine typischen, quitschgelben Rapsfelder, dafür weht der goldfarbene Weizen leicht im Wind. Schade nur, dass auf diesen riesigen Weizenfeldern keine einzige Wildblume wächst, nicht mal an den Rändern. Das erklärt dann auch, dass es dort kaum Insekten gibt – daher auch keine Schwalben oder andere Vögel, die über die Felder fliegen. Hm, das gibt uns zu denken.

Als wir in die Nähe des Stiftungslandes kommen, und es ordentlich hügelig ist, erzählt Antje, wie dieses östliche Hügelland entstanden ist. In der Weichseleiszeit (die letzte Eiszeit, sie endete vor ca. 11.600 Jahren) wurden die Hügel geformt. Eine Jungmoränenlandschaft, die durch niedrige Hügel, Knicks, kleine und große Seenlandschaften (Große Plöner See, Dieses, Kellersee) und Wälder

Die Hügel stammen von der letzten Eiszeit

bezaubert.

Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein verpachtet das Stiftungsland Hessenstein in der Nähe des Großen Binnensees an die Pächter Kiehne aus Behrensdorf, die hier die friedlichen Highlandrinder grasen lassen. Wir schauen kurz mal nach der Herde und die Tiere kommen gleich neugierig angeschlendert. Ein tolles Erlebnis, so Aug in Aug mit einer lieben Highlandkuh! Weiter gehts. Wir spazieren über das Stiftungsland über Berg und Tal – hier

Auge in Auge mit next Germanys Kuhmodell.

blühen sie, die vielen Wildblumen und -gräser! Der Hummelflug kann hier nicht nur gehört werden – überall Hummeln, Schmetterlinge und Schönheiten. Puh, erstmal ausruhen!  Eine kurze Rast unter einer mächtigen Eiche wird gemacht. Eine Teilnehmerin hat wohlsorgend Möhrenschnipsel, Kirschen und leckere Äpfelstücke mitgebracht. Das war schlau. Denn die meisten haben nicht daran gedacht, sich eine kleine Ration mitzunehmen und wandern macht hungrig! Nächstesmal, sagen wir, da nehmen wir uns auch was mit. Solange wird geteilt, danke nochmal;-)!

Es geht weiter zum Grundlosen See. Warum Grundloser See? Weil lange Zeit gedacht wurde, dass dieser See aufgrund seiner schwarzen Farbe sehr tief sei. Das war eines der letzten Geheimnisse in Schleswig-Holstein und viele Geschichten rankten sich um den See. Allerdings hat Henning Thiessen vom Eiszeitmuseum Lütjenburg nachgemessen. Naja: Raus kam, dass der See an der tiefsten Stelle gerade mal 3,5m tief war. Der Grundlose See ist ein Toteisloch aus der letzten Eiszeit. Damals war hier ein riesiger Eisberg – als er schmolz, entstand dieser Krater, der sich mit dem Schmelzwasser füllte.Da rundherum Wald ist, wehten Blätter in den See. So morastete er sich langsam voll – die Bodenschicht wuchs. Es wird daher vermutet, dass er früher, viel früher, sehr sehr tief war. Wie tief – das bleibt dann wohl doch immer ein Geheimnis.

Wie aus einem eiszeitlichem Gletscher erst ein Krater und dann ein Grundloser See entstand…

So, jetzt sind wir aber schon fast 10 km gelaufen, liebe Antje. Aber es geht noch weiter.

Der Hessenstein Aussichtsturm -einer der schönsten Norddeutschlands!

Der Hunger drängt und wir auch. Noch ein kleines Stück, vorbei am Hessenstein und dem Forsthaus Hessenstein, einem sehr einladenden Restaurant, durch den Wald und schon sind wir wieder an der Olen Liese. Wurde auch Zeit! Diese Wanderung werden wir nochmal überarbeiten, denn tatsächlich sind wir dann statt der 10 km gute 14 km gelaufen. Aber alle Teilnehmer sind entschädigt, als wir in den gepflegten Garten der Ole Liese spazieren. Ein Tisch ist wunderschön gedeckt und Oliver Domnick, Hausherr, erwartet uns schon mit einer herzlichen Begrüßung! Es werden gleich kalte Getränke ausgeschenkt. Auch ein „fürstlicher Weißwein“ ist dabei, herrlich trocken. Gleich werden vom freundlichen Service diverse Gläschen, Platten und Teller aufgetischt. Was für ein Gourmet-Picknick!

Im Sommergarten der Ole Liese ein exklusives Plätzchen für uns!

Sternekoch Volker Fuhrwerk kommt, als wir mittendrin im Schlemmen sind, gut gelaunt in den Garten. Schon vor der Wanderung hatte ich mit ihm abgestimmt, auf jeden Fall seinen Küchengarten zu besichtigen! Die Teilnehmer waren schon ganz gespannt – die meisten kannten den hochgelobten Koch aus dem Fernsehen oder waren schon mal hier essen.

Ein herrliches Gourmet Picknick erwartete uns!

Er nimmt sich viel Zeit für uns, erklärt die unterschiedlichen Speisen und Zutaten. Und als wir dann fertig geschlemmt haben, vor dem Kaffee und Dessert, zeigt Volker Fuhrwerk uns seinen rund 2.000 m2 großen Küchengarten.

Volker Fuhrwerk bei einer seiner liebsten Beschäftigungen – das probieren ungewöhnlicher Zutaten für die Sterneküche!

Hier wächst alles, was das Gärtner -und Kochherz erfreut. Von blühenden Hochbeeten, 5 verschiedenen Arten Kartoffeln, Küchenkräutern, blühenden Topinambur Sträuchern, Quitten- und Apfelbäumen..einfach traumhaft. Wir sind fast eine halbe Stunde im Garten und Volker Fuhrwerk erklärt geduldig und mit viel Witz. Auch von den Dreharbeiten für den NDR mit seinem „Praktikanten“ Philipp Jeß und wieviel Spaß die beiden dabei haben. Die Rezepte gibt es übrigens alle auf der NDR Webseite zum nachlesen.

Danach gehts nochmal in den Sommergarten der Ole Liese. Ein frischer Kaffee von Elbgold und zwei verschiedene sehr feine Desserts beschließt diesen wunderbaren Naturgenuss-Wandertag. Das ruft nach mindestens einer Wiederholung – dann mit überarbeiteter Wanderung.

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