Schöne Schotten als Landschaftspfleger das ganze Jahr im echten Norden aktiv

Echte Schotten lieben jedes Wetter – klar, denn sie sind ja echte Rauhbeine! So auch unsere tierischen Landschaftspfleger, die im echten Norden bei Wind und Wetter draussen sind. Und sie sehen immer unvergleichlich kernig und schön aus, egal, wo man sie antrifft!
Neben einer unvergleichlich reichhaltigen wilden Flora und Fauna ist das Stiftungsland auch Heimat für eine ganze Reihe besonderer Nutztiere, die als tierische Landschaftspfleger eingesetzt werden. Neben den Koniks, unsere Wildpferde, die auf einigen Flächen des Vereines Bunde Wischen e.V. zum Beispiel auf den Stiftungsländern Geltinger Birk und Schäferhaus laufen, gibt es Schafe, Ziegen und vor allem Rinder. Eine besondere Rinderrasse vom Stiftungsland möchten wir euch heute vorstellen: die Galloways. Denn sie sind, wie alle anderen Stiftungsland-Tiere, ganzjährig draussen und geniessen wilde Pflanzen und die frische Luft.
Unglaublich widerstandsfest, beliebt und mit starken Instinkten
Das Galloway-Rind ist eine der bekanntesten Rinderrassen unter Tier- und Naturfreunden auf der ganzen Welt. Ihre unglaubliche Widerstands- und Anpassungsfähigkeit machen sie zu einer der beliebtesten Rassen, wenn es darum geht, „Grenzertragsflächen“ extensiv zu bewirtschaften. Die kleinen Lockenträger sind robust und haben starke Mutterinstinkte, so dass sie problemlos das ganze Jahr draußen leben und auch ihre Kälber im Freiland gesund und munter aufziehen können.
Während das Schottische Hochlandrind, wie der Name schon sagt, aus dem nordschottischen Hochland und den vorgelagerten Inseln der Hebriden kommt, liegt die Heimat der Galloway-Rinder in der südwestschottischen Region Dumfries and Galloway. Vom Wetter her gibt sich das aber nicht viel. Man würde denken, dass in den Highlands etwas mehr der Wind pfeift, aber Galloway liegt ebenfalls in einer Küstenregion mit „horizontalem Regen“. Die Tiere sind also bestens an das norddeutsche Schietwetter angepasst.

Gut geschützt für jedes Wetter

Zwei Fellschichten schützen sie wunderbar vor der Witterung. Grobe, lange Haare sorgen dafür, dass das Wasser einfach von den Tieren abfließt, während die feine Unterwolle eine vorzügliche Isolation darstellt. Eine weitere Besonderheit der Galloways ist, dass sie von Natur aus hornlos sind. Während die meisten Tiere schwarz sind, gibt es aber noch einen ganzen Haufen anderer Farben. Von Weiß mit schwarzen Ohren, über verschiedene Blond-, Braun- und Grautöne zu schwarz mit Braunstich und eben kohlrabenschwarz. Die fehlenden Hörner machen die Tiere ein bisschen leichter einschätzbar. Unterschätzen sollte man ihre Fähigkeit die Kälber zu verteidigen aber trotzdem nicht. Die Hörner sind selbst bei behornten Rindern keine Waffe, sondern zuallererst mal Kommunikationsmittel. Gestoßen wird im Zweifelsfall mit der Stirn und die haben auch die Galloways.

Respekt bitte – vor allem vor Tieren

Die Tiere sind nicht von Haus aus aggressiv, sondern halten prinzipiell erstmal lieber ein bisschen Abstand und schauen sich das Geschehen aus zwei Metern Entfernung an. Sie sind es halt gewöhnt, Platz zu haben. Aber wie bei allen Tieren sollte man diesen Platz respektieren und vor allem nicht mit Hunden in die Nähe von Kälbern kommen. Genug der Warnhinweise.

Galloways sind zähe Läufer und Geniesser

Schon in römischen Beschreibungen kann man von Rindern lesen, die den Galloways ähneln. Sie waren die einzigen Lebewesen, die den Hadrianswall, der die Römer vor den wilden Stämmen des schottischen Nordens schützte, lebendig von Nord nach Süd passieren durften. Schon die Römer wussten gutes zu schätzen. Das Fleisch der Galloways ist auch in der heutigen Zeit sehr gefragt. Wie alle unsere Stiftungsrinder suchen sie sich ihr Futter auf den kräuterreichen Stiftungsflächen zusammen und legen dabei jeden Tag viele Kilometer zurück. Das sorgt dafür, dass sie nur sehr langsam zunehmen und wenig Fett ansetzen. Die Grasbasierte Nahrung sorgt ebenfalls dafür, dass die Fette, die die Tiere dann in ihr fein marmoriertes Fleisch „einarbeiten“, gute Fette sind. Omega-3-Fettsäuren sind das Stichwort. Also sind die Tiere nicht nur in freier Natur was fürs Herz, sondern auch auf dem Teller. Auf unseren Stiftungsflächen leben die Tiere das ganze Jahr ohne Unterstand und man merkt, dass sie es lieben. Sie bringen ihre Kälber problemlos selbst zur Welt und ziehen sie ebenso problemlos auch ohne Hilfe auf.

Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein – wir sind die Erlebnisraumgestalter

Die Aufgabe der Halter ist es, regelmäßig die Zäune zu kontrollieren, zuzusehen, dass nicht zu viele oder zu wenige Tiere auf den Flächen sind, damit sie ihre Naturschutzaufgaben auch wahrnehmen können und vor allem ein Auge dafür zu haben, dass es den Tieren gutgeht. Das erfordert, vor allem bei größeren Herden und noch größeren Weiden, viel Erfahrung. Das Stiftungsland Schäferhaus hat zum Beispiel über 400 Hektar, die Fläche von 400 Fußballplätzen. Dort kommt man nicht jeden Tag auf Tuchfühlung mit den Tieren. Das Fleisch der Stiftungs-Galloways kann man an verschiedenen Orten in ganz Schleswig-Holstein erwerben. So zum Beispiel im Bunde-Wischen-Hofladen auf dem Hof Königswill bei Schleswig, dem Weidelandschaften-Hofladen in Kropp oder in verschiedenen Naturschutzzentren, wie z.B. dem Wasservogelreservat Wallnau, die auf Fehmarn auch Galloway-Rinder halten.

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