Naturschutzrinder im Herbst auf dem Stiftungsland

Bei uns im Norden sind die Winter meist nasskalt und windig. Hoher Schnee und dicke Eisschichten bedecken das Stiftungsland eher selten. Unsere Rinder auf dem Flächen sind an genau solche Wetterlagen angepasst. Sowohl die Galloways, die Angus-Rinder, als auch die Highland-Rinder kommen aus Schottland. Das Parkrind, mit dem die Bunde Wischen e.V. verstärkt arbeiten will, aus Nordost-England. Sie fühlen sich alle pudelwohl.

Unter dem dicken und zotteligen Winterfell ist den Tieren warm. Talg an der Haut und im langen Deckhaar sorgen dafür, dass kein Wasser durchs Fell dringt.
Wenn es bläst, kann man sehen, dass sich die Tiere mit dem Hintern in Richtung Wind stellen und in Ruhe weiter fressen. Frierende, oder gar zitternde Tiere sieht man nicht.

Highland auf der Geltinger Birk

Highland auf der Geltinger Birk

Im Sommer wurde auf dem Stiftungsland in ganz Schleswig-Holstein ein sogenannter Pflegeschnitt gemacht. Die verblühten Gräser wurden gemäht, zu Heu oder Silage gepresst und dienen den Tieren als Winterfutter. Sollte es also mal wenig zu fressen geben oder doch viel Schnee fallen und die Rinder kommen nicht an das Gras, wird dieses Futter auf die Weiden gebracht. Es ist ähnlich nährstoffarm und reich an Ballaststoffen, wie die Sauergräser und Büsche, die unsere tierischen Landschaftspfleger im Sommer knabbern.

Jetzt finden die Tiere aber noch viel auf den Flächen. Nach den ersten Nachtfrösten Anfang November fangen sie sehr verstärkt an, an den Binsen zu knabbern. Auch die sind nicht besonders „mastig“, aber unsere Robustrinder brauchen nicht viel.

Teil des natürlichen Daseins auf unseren Flächen ist es ja gerade, dass wir gesunde und widerstandsfähige Tiere halten, die auch im Winter nicht verhätschelt werden müssen. Das garantiert dann auch die hohe Fleischqualität und den praktisch nicht vorhandenen Einsatz von Medikamenten.

Sorgen machen muss man sich also nicht um unsere robusten Rinder und Ponys. Auf meinen Fototouren bei den Herden im Sommer erzählten mir die Rinderhalter von Bunde Wischen, dass besonders im Winter immer wieder besorgte Spaziergänger anriefen und angeblich frierende Tiere meldeten. Die Sorge ist meist unbegründet.Auerochsen im Eidertal

Sollte es tatsächlich in der Nacht mal richtig geschneit haben, dann macht euch mal auf in Richtung Schäferhaus oder Geltinger Birk, wo man den Tieren richtig nahe kommen kann, dann könnt ihr sehen, dass der Schnee auf dem Rücken der Tiere liegen bleibt. Das ist ein gutes Zeichen, denn es bedeutet, dass das dicke Winterfell der Tiere so gut isoliert, dass die abstrahlende Körperwärme so gering ist, dass es nicht mal den Schnee zum Schmelzen bringt, der auf dem Rücken der Tiere liegt.

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