Naturgenussfestival on tour – Infos, Basteln und nette Typen

Bei rund 100 Veranstaltungen vom Naturgenussfestival SH von Juni bis September ist auch der ein oder andere grüne Markt, Partnerveranstaltung oder Geburtstag dabei. Dann packen fleißige Helfer einen der Stiftungswagen bis Oberkante voll mit Beachflags, Postern, Tresen, Flyern und Aktionsspielzeug oder Bastelutensilien.

Tatsächlich waren es in diesem Jahr wohl soviele Veranstaltungen wie nie zuvor für das Team der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein – dies liegt sicher auch am 40zigsten Geburtstag der Stiftung – und auch für unser Projekt, das Naturgenussfestival SH. Es macht immer viel Spaß, wenigstens zu 97% ;-), wir informieren gerne über unsere Projekte, lernen eine Menge dazu und unsere Partner freuen sich, wenn wir bei deren Veranstaltungen den Aspekt „Wildes Schleswig-Holstein“ und die Artenvielfalt retten mit ins Spiel bringen. 

Wallnau – ein Sommertag mit Basteln für das Blütenmeer 2020

Wir waren z.B. beim Erlebnistag im NABU-Wasservogelreservat Wallnau, Fehmarn, dabei. Rund 800 Gäste fanden an diesem heißen 26. Juli den Weg zu diesem einmaligen Gebiet. Ich war mit Bea dabei. Wir erhielten einen schönen Platz für unseren Stand vom Team um die Leiterin der Öffentlichkeitsarbeit, Nicola Vagt und schwups, war der Stand auch schon aufgebaut.

Bea bastelt mit Begeisterung Blumentöpfen für das Blumenmeer 2020

Diesmal bastelten wir mit Kindern kleine Blumentöpfchen aus Zeitungspapier, gefüllt mit ein bisschen Erde und Samen aus dem Archepark Eggebek. Also heimischen Saatgut wie z.B. dem langblättrigen Ehrenpreis oder dem Gelben Hohlzahn. Viele Gäste interessierten sich für das Blumenmeer 2020 Projekt, stellten Fragen, wie man einen bienenfreundlichen Garten anlegen kann oder was die Stiftung Naturschutz SH macht.

Regionales Saatgut für ein Wildes Schleswig-Holstein und die Wiederkehr der heimischen Artenvielfalt.

Alles in allem ein schöner Sommertag in Wallnau mit vielen interessierten Menschen aus allen möglichen Bundesländern, die zum größten Teil Urlaub auf Fehmarn machten. Tatsächliche die meisten auf Mitmach-Bauernhöfen.  Einige hatten schon Touren aus dem Programm des Naturgenussfestivals mitgemacht – z.B. die Lotseninsel AHOI! Tour oder die Wanderung zum Stiftungsland Hessenstein.

 

Mohltied! Green Market in Eckernförde 

Eine weitere sehr schöne Veranstaltung war am Sonntag, 16. September, in Eckernförde, der Green Market. Veranstaltet wird dieser regionale Markt von Mohltied! Dem Besseresser Magazin. Rund 70 Produzenten waren vor Ort – viele davon schon unsere Partner beim Naturgenussfestival.  Der Aufbau war bis 9 Uhr fertig – Punktlandung. So hatte man dann noch Zeit, sich mit den Nachbarn zu beschnacken, neue Leute kennenlernen und Bekannten schnell mal Moin zu sagen.

Zack, Punkt 9 war der Stand aufgebaut am Hafen in Eckernförde.

Insektenhotel als Eyecatcher

Diesmal hatten wir als „Eyecatcher“ ein Insektenhotel dabei, heimische Wildpflanzen in Töpfen davor drapiert und einiges Infomaterial über Bienen, speziell Wildbienen dabei.

Das Interesse war sehr groß – dazu beigetragen hat sicher auch der prämierte Film der Heinz Sielmann Stiftung über Bienen.

Für Erheiterung sorgten auch die lustigen Namen der Wildbienen wie die Stumpfzähnige Zottelbiene, die Glockenblume-Scherenbiene oder die Dunkelfransige Hosenbiene.

Eine Wildbiene bei der Arbeit

Rund 580 unterschiedliche Wildbienenarten gibt es in Deutschland, rund 300 in Schleswig-Holstein. Wir, unsere FÖJ´lerin Grit und ich, sind beides keine Bienenexperten, taten aber unser Bestes, die vielen Interessierten Menschen zu informieren. Zum Glück hatten wir gutes Material dabei. Einmal eine tolle Broschüre vom Netzwerk Bienenbotschafter „Wir schwärmen für Bienen – Sie auch?“ und den Trachtkalender für Schleswig-Holstein – Welche Blüten wann für wen blühen und wie sie geeignet sind als Honigtauspender sowie die typischen Wuchsorte.

Diese beiden Broschüren sind sehr gut für Laien zu verstehen und vor allem praktisch anzuwenden. Und darum geht’s ja letztendlich, die „normalen“ Menschen ohne großes Vorwissen dazu zu animieren, sich für die Insekten einzusetzen. Lustiger Spruch als wir den Trachtkalender anboten: „Schön, die unterschiedlichen Trachten mal gesammelt kennenzulernen. Die Nordfriesische zu den Ostholsteinischen zum Beispiel.“ Hm, hüstel… zwar ein ganz anderes Thema, aber lustig;-). Zu den Bienen schreibe ich noch mehr – im Herbst. Dann kann man sich auf das nächste Jahr schon mit entsprechender Bepflanzung vorbereiten! Der Tag verging wie im Flug, so viele nette Gespräche und nette Typen durften wir kennenlernen. Auch mit vielen Ausstellern, die sich für die Teilnahme am Naturgenussfestival als unser Partner interessierten, haben wir gesprochen. Noch ist das Naturgenussfestival nicht zu Ende – aber tatsächlich planen wir schon 2019.

Warum nur 97% positiv – seien wir mal ehrlich

Ich schrieb am Anfang, dass diese Veranstaltungen zu 97% total schön sind. Warum nicht 100%? Seien wir mal ehrlich, es kommt immer wieder vor, dass sich auch mal ein „Motzer“ an den Stand verirrt. Das ist nicht schlimm und gerne diskutieren wir auch oder hören uns an, was denn die Menschen so bewegt. Meist ist das auch interessant und zeigt eine andere Sichtweise, die man akzeptieren sollte und auch zum Nachdenken anregt.

Der Mohltied! Green Market bei bestem Wetter in Eckernförde, direkt am Hafen.

Aber dann gibt es auch die, die einfach nur motzen wollen. Ohne das es zum Thema passt oder irgendwie lohnt, sich damit zu beschäftigen. Das muss man dann erstmal lernen. Gestern kam z.B. jemand an den Stand und O-Ton: „Ihr steht doch auf verlorenen Posten. Die Natur geht kaputt und wir doch auch. Ich habe keine Kinder oder sonstwen und wenn ich sterbe, dann kann die Natur auch den Bach runtergehen. Ist mir total egal. Auch die Luftverpestung, das ganze Plastik und der Müll. Sollen doch alle machen, ist doch geil.“ Tja, da denkt man erst. Hm. Was ist dem bloß schreckliches passiert. Erst denkt man vielleicht auch an eine Provaktion oder einen Witz. Wenn das dann aber weitergeht mit Beschimpfungen und „den Naturschutz sollte man komplett streichen, bringt ja doch nix.“ Dann muss man einfach sagen: „Das ist ihre Meinung. Aber tut uns leid, wir möchten einfach nicht weiter mit Ihnen diskutieren. Viel Spaß noch, Tschüss.“ Denn es hat bei solchen festgefahrenen Meinungen und Lebensweisen, ja auch Respektlosigkeit,  einfach gar keinen Sinn, sich damit zu beschäftigen. Ignorieren, ist da die nachgewiesen beste Lösung. Sicher ging es euch auch schon mal so, oder? Irgendwie schade, aber ist so. Vor allem darf man sich von dieser Minderheit und einem negativen Erlebnis unter vielleicht 200 oder mehr tollen, positiven nicht beeinflussen lassen.  Witzigerweise erzählte mir ein anderer Aussteller, bei ihm sei (wahrscheinlich)dieser Typ auch noch gewesen und beschwerte sich über diesen ganzen Biokrams zum Essen, was das denn soll. Und wo das alles her kommt. Tja, Leute gibt’s.

Wir haben eine Mission – sind aber keine Missionare!

Zum Glück werden die Bewussten, die nachhaltig agierenden Menschen, immer mehr! Das macht uns sehr glücklich und wir wissen, wofür wir aktiv sind! Und: Wir wollen ja niemanden missionieren. Wir haben eine klare Mission: Artenvielfalt schützen, erhalten und wieder herstellen, Naturerlebnisse schaffen, das Stiftungsland ausweiten um der Natur zu ermöglichen, wieder bessere Lebensbedingungen für Mensch, Tier und Pflanzen zu gewährleisten. Mit dem Naturgenussfestival SH wollen wir noch mehr Menschen erreichen, die sich vielleicht noch gar nicht für den Naturschutz interessieren oder sich fragen, wie sie dabei sein können. Über die Sinne, leckeres Essen und Wanderungen zum Naturschutz kommen, ohne Stress. Das ist der Sinn. Aber ganz ehrlich, Leute, die sowas von eingefahren sind „umzuerziehen“, ne, das ist nicht unser Ding.

Dieser Artikel spiegelt die Meinung der Verfasserin wider;-). Gerne Kommentare, ich antworte. Silvia J.

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