Die ultimative Glücks-Chartshow für 2019 aus der Natur

Hier folgt nun die ultimative Glücks-Chartshow aus der Natur. Denn gerade die Natur steht für Glück. Was Promis, Musik, Sport können, kann die Natur schon ewig. Die Glücksbringer sind wesentlich langlebiger und haben vor allem eine interessante Story. Welche Glücks-Stars es 2019 auf unsere Shortlist geschafft haben und warum, ist hier zu lesen.

Allen Menschen ist eines für das nächste Jahr wichtig: Glück haben. Glück ist laut Wikipedia sehr vielschichtig, Glücksstreben hat sogar Eingang in die Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten gefunden. Grund: Die Einwanderer waren auf der Suche nach Glück. Das war und ist so, darf nicht verwehrt werden.

Glück ist für jeden Menschen anders. Der eine ist glücklich über Wohlstand, der andere über Gesundheit, Menschen sind glücklich über ein gutes Leben, gutes Essen, oder ein Land, in dem sie willkommen sind. Sie sind glücklich in der Natur, wenn es der Natur gut geht und jemand ist glücklich, weil er für sich den Sinn des Lebens oder den passenden Partner gefunden hat. Interessant auch: Jeder Mensch, jedes Land, jede Religion hat andere Glückssymbole. Und auch hier ist wieder vielen eines gemeinsam: Sie kommen aus der Natur! Woran mag das liegen? Hier nun einige Glückssymbole und -bringer.

Das vierblättrige Kleeblatt

Na, wer findet das Glücksklee? Oder macht alleine der Anblick schon glücklich?

Vierblättrige Kleeblätter sind in der Natur selten. Vielleicht wie das Glück? Wenn man eines ZUFÄLLIG findet, bringt es dem Finder Glück. Achtung: Gezüchtete vierblättrige Kleeblätter bringen Pech. Denn sie sind ja „nur“ gekauft, nicht echt. Die Geschichte dahinter: Eva soll zufällig beim Auszug aus dem Paradies ein vierblättriges Kleeblatt gefunden und dies mitgenommen haben.

So hatte sie ein Stück vom Paradies dabei und Glück für das weitere Leben – so die Sage.

Marienkäfer

Ein Marienkäfer oder auch Glückskäfer. Nützliche Insekten und wunderschön.

Der siebenpunktige Marienkäfer (lat.:Coccinellidae, engl. Ladybird)…oh Wunder…hat den Namen von der Mutter Gottes, Maria. Die sieben Punkte stellen ihre sieben Tugenden dar. Wem er zufliegt, den beschützt oder heilt er – man darf ihn nicht abschütteln. Auch wird gesagt, dass eine Frau, die ungeduldig auf die Hochzeit wartet, einen Marienkäfer auf ihren Zeigefinger setzen soll – die Sekunden, die er sitzen bleibt markieren die Jahre, die sie noch auf die ersehnte Hochzeit warten muss. Das ganze kann man auch machen, wenn man auf einen Lottogewinn wartet. 🙂 Es gibt unzählige Arten dieses nützlichen Insektes. Und es hat auch nicht immer sieben Punkte, manchmal ist es auch gelb oder hat 24 Punkte. Die auffällige Farbe dient den Freßfeinden als Warnung – es soll auch nicht sehr gut schmecken, sehr bitter. Die Hauptnahrung des Marienkäfers sind Blatt- oder Schildläuse, daher ist er in der Landwirtschaft oder bei Gärtnern sehr beliebt. Leider muss auch diese Insektenart sehr leiden unter den Pflanzengiften – sie reagieren viel empfindlicher als die Schädlinge, wie z.B. Läuse, auf diese Pestizide.

 

Fliegenpilz

Der Fliegenpilz (Amanita muscaria), Symbol für Glück, aber hochgiftig! Daher nur anschauen, nicht pflücken!

Naja…da weiß man nicht so richtig, warum der giftige Fliegenpilz als Glücksbringer bezeichnet wird. Es wird vermutet aufgrund der Halluzinogenen Wirkung. Achtung: NICHT pflücken, auf keinen Fall verzehren. (siehe link oben) Es sei denn, der Pilz ist aus Schokolade oder Marzipan;-). Der Ausdruck „Glückspilz“ bedeutet bei uns eher: Ein Mensch, dem alles zufliegt. Jemand, der immer Glück hat, aber nicht so richtig weiß, woher diese Gabe kommt. Die Interpretation ist: Ähnlich wie die Pilze. Diese wachsen scheinbar über Nacht, man weiß nie wo. Wer einen essbaren findet, der hat Glück gehabt.

 

Glückschwein

Wow, was für glückliche Schweine – hier im Archepark Eggebek.

„Da hast Du aber Schwein gehabt!“ – ja, da hatte jemand Glück. Das Schwein ist seit langem in unseren Gefilden ein Glücksbringer, gerade zu Silvester. Der Spruch stammt aus dem Mittelalter. Bei Glücksspielen zum Jahresende erhielt der Gewinner ein Ferkel. Also unerwartetes, vielleicht auch unverdientes Glück! Heutzutage sind die Symbole meist aus Marzipan, mit einem Glücksklee dekoriert. Ist ja auch meistens praktischer. Ein volles, dickes Sparschwein – das verheißt unverhofften Geldsegen, weiß man doch nicht, wieviel Münzen darin sind. Es ist auch ein Zeichen für Wohlstand. Also das dicke Schwein. Früher sagte man auch zu dicken Bäuchen, dass dies ein Zeichen für Wohlstand sei, heute ist es eher ein ungesundes Zeichen für Verfettung.

Mistel

Misteln sind immergrüne Halbschmarotzer, die auf Bäumen wachsen.

Die im Türrahmen aufgehängten Mistelzweige vertreiben Hexen. Wenn sich ein Paar darunter küsst, heiratet es entweder bald oder – wenn schon verheiratet – verheißt es eine lange Ehe. Wenn beides nicht zutrifft, macht es einfach nur Spaß;-). Die Mistel an sich ist eine „merkwürdige“ Pflanze. Sie wird von Vögeln (meist Drosseln) mit deren Mist (Kot=Mist, daher kommt umgangssprachlich auch der Name!) auf Bäumen „gesät“. Sie hat nicht nur Wirkung auf Liebende, sondern ihr werden auch Heilwirkungen nachgesagt.

Glückssteine – Steinmännchen 

Steinmännchen – seit langem Wegzeichen und Glücksbringer

Seit langer Zeit werden Steinmännchen – in unterschiedlichen Formen – als Wegweiser genutzt. Daher waren Wanderer in unwegsamen Gebiet glücklich, wenn sie so einen „Steinhaufen“ gefunden haben. In den skandinavischen Ländern ist es dann Brauch, noch einen Stein obendrauf zu stapeln, um vor Trollen verschont zu bleiben. Hierzulande werden besonders schöne Steine auch mal verschenkt, um Glück zu bringen.

Kastanie 

Kastanien, der ultimative Glücksbringer

Die ultimative Glücksentdeckung ist die Kastanie! Nicht nur die Frucht bringt Glück, auch das Holz. Schon unsere Großväter wussten, dass eine Kastanie in der Hosentasche getragen, gegen Rheuma, Gicht und Fieber hilft. Hat man eine Kastanie von seinem Opa erhalten, gleich in die Hosentasche getan, half dies auch bei Stürzen. Es tat gar nicht mehr weh! Früher sammelte man vor Reisen sehr große Kastanien, bohrte ein Loch hinein, schrieb auf einem Zettel die Insassen der Kutsche, verschloss das Loch mit Wachs und legte es dem Kutscher unter seinen Bock – so gab es keinen Unfall. Einige Menschen machen dies immer noch. Es gibt viele, viele Liebesrituale mit Kastanienketten und Knoten, die man zwischen die Kastanien knotet. Alles nicht erwiesen. Auch ein Brauch: Die erste Kastanie, die man im Jahr findet, einen lieben Menschen schenken, damit er beschützt wird. Das Holz der Kastanie verleiht neue Kraft und wieder die Liebe: Bei Liebeskummer wirkt ein Ast bei sich getragen, sehr tröstend. Hach, es ist doch schön, dass gegen jeden Kummer ein glücksbringender Baum gewachsen ist;-). Übrigens: Beunruhigend ist natürlich die sog. „Kastanienkrankheit“ – die ist allerorten zu beobachten. Einige Bäume sind dagegen resistent. Es gibt Forschungen, die die jungen Bäume mit Wärme behandeln (über 39 Grad). Dann erkranken die Bäume nicht. Die Rosskastanie ist ursprünglich kein „heimischer“ Baum, sondern kommt aus dem Balkan/Mittelmeerraum. Davon mehr ein andermal;-) hier geht es ja um Glück.

Klappertopf 

Der Große Klappertopf – ein Glück für die Natur.

Der goldig-gelb blühende „große Klappertopf“ (Rhinathus angustifolius) war früher eine heimische Wildpflanze, die auch auf kargem Boden wie Halbtrockenrasen oder Küstendünen gut gedieh. Ein Zeichen für gesunden, nicht überdüngten Boden. Durch Überdüngung, häufige Mahd oder auch Entwässerung starb der Klappertopf – von dem es viele verschiedene Arten gibt – fast aus. Er steht inzwischen auf der Roten Liste der bedrohten Pflanzen! Ein Glück, dass es in Schleswig-Holstein das Projekt Blütenmeer 2020 gibt. Ein Projekt der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, dass den Wildblumen eine Zukunft und Heimat gibt. Den Namen „Klappertopf“ hat die Pflanze von den Samenständen, die im Wind locker in den Blütenkelchen klappern. In alten Bauernsagen heißt es: „Hörst Du den Klappertopf klappern im Wind, bekommst Du eine reiche Ernte geschwind.“  Kurz darauf folgte ja auch schon das Erntedankfest. Im Mittelalter nannte man den Klappertopf auch „Rassel“.  Die Samen des Klappertopfes werden vom Winde verweht und über weite Entfernungen verbreitet. So überwintert die Pflanze als Samen, die großen Klappertöpfe sind einjährig. Der Klappertopf hat viele gute Eigenschaften und schon die Bauern im Mittelalter wussten, dass wenn man Klappertopf säht, sich alsbald die artenarme Wiese in eine blütenbunte artenreiche Wiese für die nützlichen Insekten verwandelt. Oder, wie die Märchen sagen, das Klappern brachte eine gute Ernte bzw. Nachfolger. 😉 Damals Glücksbote der Natur, heute ein Zeichen für gesunde Natur. Also großes Glück für Mensch, Natur und Tier!

Regenbogen

Regenbogen – schon für Noah und Familie war dies das ultimative Glückssymbol. Nie wieder Sintflut.

Der Regenbogen hat wohl eine der längsten Glücksvergangenheiten und zudem Eingang in die Bibel gefunden. 1. Buch Mose (Genesis) Kurz: Als Noah mit seiner Familie die Arche verließ, schenkte er Gott alle seine Tiere. Gott übergibt die Verantwortung der Erde an die Menschen und verspricht, dass es nie wieder eine Sintflut gibt – zum Zeichen des Versprechens der Regenbogen. Ein großes Glück für die Menschheit. Denn sagt es doch aus, das Gott den Menschen treu ist, solange sie sich nach seinen Geboten richten. Tatsächlich ist dies in fast allen Religionen ein Zeichen. Auch sehr selten, diese Einheit. Ein Sprichwort „…am Ende des Regenbogens wartet…“ wahlweise ein Topf voll Gold, die ultimative Liebe, ein endloses Leben ist dagegen eher unglücklich. Denn dieses Streben sitzt ja bekanntlich einem Trugbild auf – denn der Regenbogen ist lediglich eine atmosphärische Täuschung aus Regentropfen, auf die die Sonne scheint (Kurzform!). Auch dieses Streben scheint sinnlos – man wird es nie erreichen. Also: Zurücklehnen, sich freuen über die kurzzeitige, schöne Naturgewalt. Das ist doch auch irgendwie Glück, oder?

Weiße Tauben

Wow, weiße Tauben – sie zogen schon den Liebeswagen der Aphrodite, waren Weggefährten der Venus. Und auch Noah auf der Arche wusste sie einzusetzen. Er ließ weiße Tauben ausfliegen und eine kam mit einem frischem Olivenzweig wieder – ein Zeichen, dass die Flut ging. Als Jesus getauft wurde, kam der heilige Geist in Form einer Taube auf ihn nieder. Aber nicht nur Jesus wurde beschützt von den gurrenden Vögeln, auch Mohammed setzte auf sie. Er wurde auf der Flucht von Mekka nach Medina von ihnen beschützt. Also, bei soviel Geschichte wundert es nicht, dass heutzutage immer noch weiße Tauben ein Symbol für Frieden, Glück und Liebe sind. Auf Hochzeiten ist es immer noch Brauch, weiße Tauben in den Himmel steigen zu lassen. Vielleicht auch, weil Tauben monogam leben und viele Menschen sich wünschen, so möge doch auch ihre Ehe verlaufen. Turteltäubchen – ein Ausdruck für frisch Verliebte. Die Turteltaube (Streptopelia turtur) gibt es aber wirklich als Gattung – leider ist sie fast ausgestorben aufgrund intensiver Landwirtschaft und der Jagd auf sie.

Ein Taubenpärchen – monogam und sehr fürsorglich.

Allerdings eine Bitte im Sinne des Tierschutzes an alle Brautpaare: Für die Tauben ist diese Aufgabe während Eurer Hochzeit reinster Stress. Sie sind nach dem Auflassen Gefahren ausgesetzt und müssen oftmals weite Strecken fliegen, um ihren Heimatschlag zu finden.

Einhorn

Das Einhorn (lat. unicornis, griech. monókeros) ist ein weißes, manchmal auch regenbogenfarbenes Pferd und hat mitten auf der Stirn ein Horn, ist am Ende des Regenbogens aufzufinden, der Traum aller (Achtung: Politisch nicht korrekt) Mädchen oder auch großen Heavy Metal Rockern, die den Glitzer-Sternenschweif besondere Wirkung zusprechen.

Glück ist: Ein Einhorn auf der Schulter oder in die Weste genäht! Selbst für gestandene Männer pure Lebensfreude!

Das Einhorn ist schon lange ein edles Fabelwesen, selbst Marco Polo will es auf Sumatra entdeckt haben. Selbst in der Bibel wurde von einem Einhorn berichtet – wobei neuere Forschungen ergeben haben, dass es wohl ein Übersetzungsfehler war…. In der Neuzeit wird dieses wunderschöne Wesen von vielen Unternehmen missbraucht, die unter dem Deckmantel des Einhorns Produkte wie Schokolade, Aufkleber, Bücher, Kondome, Klamotten, Bonbons, Schultaschen, Schuhe bis hin zu Toilettenpapier vermarkten. Als der Trend auf dem Gipfel war, wurden selbst viereckige Schokolade-Tafeln, die sich „Einhorn-Schokolade“ nannten und angeblich mit „Regenbogenaroma und Glitzerpups“ geimpft, limitiert hergestellt, als Glücks-Rarität mit bis zu 200€ gehandelt. Verrückt! Nun ja, auch dieser Glitzer-Trend geht vorbei, wurde vom pinken Flamingo abgelöst und zur Zeit schickt sich das Alpaka an, Glücks-Nachfolger zu werden. Wobei natürlich keiner das Marketing-Potential des Einhorns hat.

Das war für 2019 die ultimative Glücks-Chartshow aus der Natur! Nicht immer ganz ernst gemeint;-). Was sagen uns alle Beispiele: Man muss nur dran glauben, dann ist es für denjenigen ein Glücksbringer. Egal, ob Einhorn auf der Schulter, Kastanie in der Tasche oder das vierblättrige Kleeblatt, getrocknet im Lieblingsbuch. Und das war schon immer so. Seit Eva das Paradies verließ. Das Kleeblatt, das Eva mitnahm, um immer ein Stück Paradies, Natur, Wildnis und damit auch heile Welt symbolisiert. Denn mehr Glück geht nicht. Übrigens: Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein hat ihre 36.000 Hektar Stiftungsland, die den Artenreichtum fördern und ein wahres Naturerlebnis überall im echten Norden sind, zum Glückswachstums-Gebiet ernannt. Hier findet man nicht nur sein Glück, sondern es wächst überall und breitet sich aus. Hinaus ins die Natur. Jetzt. Glück haben. In diesem Sinne wünschen wir Euch viel Glück! Das schließt doch alles ein.

copyright: Naturgenussfestival SH, Silvia Janzen

 

 

 

 

 

 

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