De Ökomelkburen – so wird man zur echten Biomilch- Marke!

Mit Achim Bock von De Ökomelkburen kann man sich gut unterhalten. Er weiß, wovon er redet. Man nimmt ihm ab, was er sagt, weil er nicht nur von Hirngespinsten spricht, sondern viele Ideen umgesetzt hat. Achim Bock ist einer der drei Ökomelkburen, die vor ein paar Jahren die Meierei Horst übernommen haben, als diese und ihre Produktpalette an eine internationale Meierei verkauft werden sollte. Gemeinsam mit seinen beiden Mitstreitern Hans Möller und Heino Dwinger, vielen Freunden und Kunden, kauften sie die Anteile der Genossenschaft und gaben sie wieder aus.Achim Bock -Ökomelkbur aus Leidenschaft

Eine Genossenschaft mit Freunden
Die Genossenschaftler sind jetzt, nicht wie sonst, ausschließlich Landwirte, sondern auch Verbraucher, die wissen wollen, wo ihre Milch herkommt. Der fromme Wunsch zu wissen, wo seine Nahrungsmittel herkommen ist ja nicht neu, aber vor allem bei Milch ist es oft schwer umsetzbar. Mit „Regionalität“ werben viele, auch große, Anbieter. Eine „Region“ kann aber sehr groß und undefiniert sein und zum „Milch holen“ immer zum Bauern zu fahren, dafür hat nicht jeder Zeit.Gruppenfoto aus der Meierei Horst

Jahreszeitenmilch – nicht nur ein Marketinginstrument
De Ökomelkburen haben mit ihrer „Jahreszeitenmilch“ eine andere Möglichkeit geschaffen. Ihre Milch steht, handlich in Tetrapak abgefüllt, neben der anderen Milch im Supermarkt. Im Unterschied zur„anderen“ Milch wissen die meisten Kunden, die sich „Sommermilch“, „Herbstmilch“, „Wintermilch“ oder „Frühlingsmilch“ in den Korb legen, dass es nur drei Bauern sind, von deren Höfen die Milch kommt.

Landwirte müssen gute Unternehmer sein
Landwirt zu sein ist in unserer Zeit kein Zuckerschlecken. Die Bauern tragen als eigenständige Unternehmer das wirtschaftliche Risiko ihres Hofes, haben aber dann mit ihren Meiereien Lieferverträge, bei denen von alters her die Abnehmer den Preis bestimmen. Das nimmt zwar komplett den Vermarktungsdruck, liefert aber sehr aus. Als vor ein paar Jahren die Meierei Horst verkauft werden sollte, sollte die Milch der Bauern aus der Umgebung neutral in den Packungen der übernehmenden Firma angeboten werden. Vor allem aber sollte die Frischmilch aus dem Sortiment genommen werden.Milchverarbeitung in der Meierei Horst

Die Zeit war gekommen, um selbst aktiv zu werden
Da sagte sich eine Gruppe von Landwirten, die sich von den Treffen der Bioland-Regionalgruppe kannte, dass jetzt Zeit sei, selbst aktiv zu werden. Schnell nach vorne gespult: Gespräche wurden geführt, es wurde mit Bauern, Meiereien und Banken verhandelt, mit Märkten, die die Milch kaufen sollten. Verschiedene Gesellschaftermodelle wurden diskutiert, die Genossenschaftsanteile wurden aufgekauft und wieder herausgegeben. Ohne Stillstand konnte die Meierei übernommen werden und produziert weiter in Horst eine Produktpalette aus lokaler Milch.

Produktpolitik mit Milchprodukten
Es gibt die Produkte, die unter der Marke „Meierei Horst“ vertrieben werden. Frischmilch, Buttermilch, Joghurt, Sahne, Quark und seit neuestem eine gesalzene Butter mit Sylter Meersalz. Zum anderen gibt es die Bioprodukte der Ökomelkburen. Die Jahreszeitenmilch und Joghurt, hergestellt aus eben jener Jahreszeitenmilch. Vorschriftsmäßig räumlich getrennt gelagert und zeitlich getrennt verarbeitet, werden in der 5000-Seelen-Gemeinde aus den entsprechenden Milchen die frischen Produkte hergestellt – ja, die Mehrzahl von Milch ist übrigens Milche.Auf dem Hof von Achim Bock - Kühe mit Kälbchen

Bio und Konventionell Hand in Hand – das geht
Während die Ökomelkburen selbst allesamt dem Bioland-Verband angeschlossen sind, ist die Meierei Horst konventionell. Momentan kauft die Meierei noch Milch von einer anderen Meierei zu, in zwei Jahren sollen aber genügend Lieferanten direkt an die Meierei Horst liefern, so dass der Bedarf gedeckt ist. An die Lieferanten werden ebenfalls Auflagen gestellt, so darf zum Beispiel der Maisanteil im Futter nicht über 30 Prozent sein, es darf kein Soja eingesetzt werden, das aus Genveränderten Linien stammt, oder im Sommer ist Weidegang der Tiere verpflichtend, was heutzutage in der konventionellen Landwirtschaft keine Selbstverständlichkeit ist.

Die Ökomelkburen sind eine glaubwürdige Marke geworden
„Natürlich hätte man gerne, dass sie alle auf Bio umstellen“, sagt Achim Bock, „aber das muss von ihnen selbst kommen.“ Die Ökomelkburen haben auf jeden Fall geschafft sich vom großen Markt unabhängig zu machen und selbst eine Marke etabliert. Dabei nicht nur für sich Verantwortung übernommen, sondern gleich auch für einen Haufen Kollegen.Kinder, kommt mit die Kühe von der Weide holen

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