Angushof Schwarz – hier ist man mit Leidenschaft Landwirt!

Besuch beim Angus-Rinderhalter: Treffpunkt Moor
Von Konrad Schwarz sah ich zuerst seinen Traktor. Mit Viehanhänger hinten dran, rangierte er auf dem Plattenweg, zu dem er mich gelotst hatte – es sollte ein Ochse verladen werden. Für das NATURGENUSSMENÜ im Landgasthaus Zum Dückerstieg.
Mit Konrad und seiner Frau Iris stapfte ich also erstmal durchs Moor und wir trieben

Binsen auf Anguskoppel

Binsen auf Anguskoppel

gemeinsam die kleine Gruppe der Ochsen in den Bereich, von dem aus der NATURGENUSS-Kandidat auf den Hänger steigen konnte. Nieselregen und hüfthohe Binsen sorgen für ein gewisses Kältegefühl – und das im Anfang August- das werde ich mir für meinen nächsten Spaziergang durchs Stiftungsland merken. Denn es geht ja öfter mal querfeldein.

 

Traktor_Schwarz

 

Guter Umgang mit den Tieren
Low-stress-Stockmanship – stressfreies Treiben, heißt ein Ansatz im Umgang mit den Tieren nach Philipp Wenz, auf den die Familie Schwarz setzt. Ein gutes hatte das „Druck aufbauen und wegnehmen“, also treiben durch verschieben im Raum und ohne hauen, bei allen nassen Hosen ja: ich konnte mir die Weide ganz genau anschauen. Haufenweise Binsen, verschiedene Süß- und Sauergräser, Sauerampfer, Pimpernelle, Weiß- und Hornklee, an einer Stelle Land-Wasser-Knöterich. Daran erinnere ich mich gerade spontan. Keine besonders seltenen Pflanzen jetzt, aber mit denen kenne ich mich auch nicht so gut aus. Und ich sollte ja Rinder treiben. Eine Wespenspinne habe ich auch gesehen.

Wespenspinne auf der Anguskoppel

Wespenspinne auf der Anguskoppel

Während Konrad Schwarz den Ochsen zum Schlachter fuhr, unterhielt ich mich im Melkhus in Heede mit seiner Frau Iris und der Bäuerin, die das Melkhus betreibt. Im Anschluss fuhr ich mit Konrad ins Bokelsesser Moor, wo er seine Hauptherde hat. Auf dem Weg dorthin hatte ich Zeit, ihn ein bisschen kennenzulernen.
Fachmann und Rinderhalter aus Leidenschaft
Konrad Schwarz ist ein absoluter Mann vom Fach: gelernter und studierter Landwirt, dann Lehrer für Landwirtschaft und jetzt seit mehreren Jahrzehnten bei der Naturschutzbehörde in Hamburg. Im Herzen ist er aber praktischer Landwirt geblieben. Vielleicht also kein Zufall, dass aus den zwei Angus-Rindern, die er sich vor ein paar Jahren zum Nachweiden seiner Pferdekoppel gekauft hat, inzwischen 16 Mutterkühe, insgesamt fast 50 Tiere geworden sind, die ganzjährig draußen auf Flächen der Stiftung Naturschutz und des NABU laufen.

Rote Angusrinder sind besonders begehrt

Rote Angusrinder sind besonders begehrt

16 Mutterkühe bei 50 Tieren? Der schlaue Fuchs merkt wie der Hase läuft: die Masttiere – momentan zehn Stück – werden mit über 30 Monaten geschlachtet, deswegen sind die Jungspunde auch in der Überzahl. Die weibliche Nachzucht, die nicht zum Aufbau der Herde gebraucht wird, kann zur Zucht verkauft werden und die männliche Nachzucht landet als Mastochse bei Genießern auf dem Teller.
Buntes Angebot
Im Rahmen des Naturgenussfestivals SH boten die Schwarzens eine LiteRADtour mit Verkostung an. Die Teilnehmer konnten von Konrad und den befreundeten Ökomelkburen einiges über die Biolandwirtschaft im Milch- und Fleischbereich kennenlernen, genauso, wie über den Naturschutz. Dazu gab es Geschichten und Anekdoten des großen Bauernliteraten Mathias Stöhrwoldt, vorgetragen von Iris Schwarz-Jöster und im Anschluss eine Verkostung mit Produkten des Angushofes Schwarz und der Ökomelkburen.

Konrad Schwarz

Konrad Schwarz

Ab dem ersten September werden die Hinterviertel des von mir miteingefangenen Ochsen im Landgasthaus & Hotel zum Dückerstieg in Neuendorf-Sachsenbande als NATURGENUSSGERICHT kredenzt.
Für kommendes Jahr überlegt Konrad Schwarz Grillkurse anzubieten – denn man kann mit langsam gewachsenem Angus zwar nicht viel falsch, aber viel richtig machen. Geschlachtet wird wieder im Oktober, bestellen kann man über die Homepage des Angushof Schwarz.

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