wild.live.platt. – Plattdeutsche Dichter und Musikanten auf der Wilden Weide

Sonntag Nachmittag auf der Wilden Weide mit plattdeutschen Slamern, Poeten und Musikern – dieses Programm zog am 6. August rund 300 Gäste in die urige Scheune des Landschaftspflegehofes Hartwigswalde der Weidelandschaften e.V. mit einem bunten Publikum!
Das Naturgenussfestival der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein veranstaltete dieses besondere Natur-Spektakel.

wild.live.platt. in der Scheune des Landschaftspfleghofes Hartwigswalde

Poetisch Platt in der Scheune
Launig moderiert von der „Platt-Schnuut“ Ines Barber traten vier Künstler auf der Bühne zwischen Scheune und Weide. Da trafen alte Hasen wie Matthias Stührwohld, der plattschnackende und -singende Bauern-Poet auf die Bio-Chemie Studentin Jaqueline Lindemeyer, die mit ihren Geschichten nachdenklich stimmt. Der medienerfahrene Gerrit Hoss, der nicht nur beim NDR 1 moderiert, sondern mit seinen Geschichten und Songs deutschlandweit für Furore sorgt auf den Studenten Helge Albrecht, der seit 2012 zur festen Poetry Slam gehört und schon einige Preise, u.a. den Poetry Slam im Landeshaus, in diesem Jahr abgeräumt hat und seit kurzem zur „Hör mal´n beten to“ Crew gehört.

Platt schnacken für jeden
So unterschiedlich wie die Künstler war auch das Publikum. Diese reichte von der Familie mit Kindern im Grundschulalter über die Studentenclique bis hin zur Seniorengruppe mit Rollatoren. „Plattdeutsch war nie ausgestorben. Aber nahe davor. Es ist gut, dieser Muttersprache eine Bühne zu bieten. Gerade der Poetry Slam schafft es, auch die jüngeren Leute anzusprechen. Hier auf der Wilden Weide haben wir eine ganz besondere Atmosphäre, die passt wie Topf auf Deckel!“ so Ines Barber.

Ines Barber mit Gerrit Hoss, Allround-Plattdütsch Talent

Mit wild.live.platt. eine Bühne für die Natur schaffen
Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, als einer der größten Landeigentümer in Schleswig-Holstein mit rund 35.000 Hektar, kümmert sich nicht nur um die Pflege und Erhalt der Natur und der Tiere, sondern auch um die Tradition. Dazu gehört natürlich die Plattdeutsche Sprache.
„Wir möchten eine Verbindung schaffen zwischen unseren Wilden Weiden, der Landwirtschaft und der Plattdeutschen Sprache. Mit wild.live.platt. haben wir dafür eine bunte Bühne geschaffen. Die sehr gut angenommen wird, wie wir an den steigenden Zuschauerzahlen sehen. Wir sind ganz glücklich darüber.“ so Ingrid Schulze, Projektleiterin des Naturgenussfestival der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.

Abwechslungsreich mit Tiefgang
Die Zuschauer erwartete ein abwechslungsreiches Bühnenprogramm von mal nachdenklichen, mal rockigen Platt-Songs von Gerrit Hoss oder schelmisch-nachdenklichen Geschichten von Matthias Stührwohld. So nimmt er Tatsachen aus seinem Leben oder der Nachbarschaft zum Anlass, einiges zu hinterfragen. Köstlich die Beschreibung des einzigen Autobahnabschnittes im Kreis Plön oder die kurzen Ortsnamen in Schleswig-Holstein, die einerseits auf Wortkargheit schließen lassen, andererseits aber auch auf viel sagen mit wenig Buchstaben.
Jaqueline Lindemeyer überzeugte mit der Parabel von einer jungen Bauernfamilie mit der eines wilden Wolfes. Schaurig schön und ohne ein wirkliches Happy-End stimmte dies nicht nur nachdenklich, sondern ließ Raum zum selbst die Geschichte weiterschreiben. Helge Albrecht machte sich Gedanken, ob er mit einem Do-it-yourself Wellness-Saloon voll auf den Trend setzt und so zum ganz großem Geld kommt.

Gerrit Hoss, Helge Albrecht, Jaqueline Lindemeyer, Ines Barber und Matthias Stührwohld

Friedliche Rinder treffen auf Plattschnacker
Dirk Andresen, Chef der Weidelandschaften schrubbte vorab mit seinem Team den Stall blitzsauber, so dass dieser mit den Bänken und Strohballen zur urigen Veranstaltungsarena wurde. Die Schwalben, die im Gebälk ihren Nachwuchs fütterten, sorgten nicht nur für frische Luftzüge, sondern auch dafür, dass das Areal mückenfrei war.
Direkt hinter der Bühne kauten die Galloways und einige Gäste besuchten die friedlichen Tiere auf der Wilden Weide. Die lockigen Rinder genossen die Sonne und schauten neugierig, was so viele Menschen im Stall machen. Denn den kennen die meisten von ihnen nur von außen, sind sie doch das ganze Jahr über draußen!

Sind die Rinder glücklich, ist es auch der Mensch
„Glückliche Rinder – gutes Fleisch.“ so die Devise von Weidelandschaften e.V., die das Fleisch vermarkten. Eine Kostprobe direkt vom Grill konnten die Besucher direkt genießen. „Inzwischen haben wir einen großen Abnehmerkreis in der Umgebung und liefern unsere Ware im großen Umkreis aus. Die Verbraucher werden (zum Glück) immer kritischer.

Galloway Rinder auf der Wilden Weide

Bei uns weiß man, wo das Fleisch herkommt. Und dass unsere Rinder es gut haben. Die genießen Ihr Leben auf den Wilden Weiden, sind für den Naturschutz tätig und dann, wenn ihre Zeit gekommen ist, werden sie geschlachtet. Aber nur bei uns in der Region und nur von uns geprüften Betrieben. Ohne Stress. Es sind Nutztiere. Und wie seit eh und je als Fleischlieferant dann genutzt.“ so Dirk Andresen.

Im Anschluss an die Plattschnacker gab es Führungen auf der Wilden Weide. So konnten Fragen zur Stiftung, zum Naturschutz, zur Vermarktung in lockerer Runde gestellt werden.

Führungen auf der Wilden Weide

„Diese Veranstaltung hat das Zeug dazu, zur Tradition zu werden. Sie passt wunderbar zu unserem Konzept.“ so Nicola Brockmüller, Leiterin Kommunikation der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein.

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