Naturgeheimnissen auf der Spur – eine Naturgenuss-Tour mit Christine Goldhamer

Könnt Ihr Euch vorstellen, dass jemand ein ganzes Naturschutzgebiet wie seine Westentasche kennt? Also seine recht große, voll beladene Tasche mit vielen Leckerlichkeiten und Geheimnissen perfekt erklären kann? So jemanden durfte ich auf einer Wanderung unseres Naturgenussfestivals kennenlernen!

Vom Bistensee über die Duvenstedter Berge: Erwartungsvolle Naturgenuss-Wanderer

Vom Bistensee über die Duvenstedter Berge – Naturgenuss-Tour mit Christine Goldhamer

Skiiimaaaa – ruft eine angenehme Frauenstimme ganz laut, als wir um die Ecke biegen zum Treffpunkt Keramikcafe ,, Alt-Duvenstedt, am Bistensee gehen. Eine sportliche Dame mit Rucksack und Wanderschuhen steht in der Mitte von erwartungsvollen, wanderfreudigen Menschen und ein drolliger Hund – eben die gerade zuvor gerufene Skima – läuft vergnügt um die Gruppe. Es gibt auch noch andere, brave Hunde dabei. „Hunde willkommen auf dieser Naturgenuss-Tour“ wird gerade gesagt. Sie alle, wie wir Menschen auch, hören nun auf die Worte Christine Goldhamers. Zertifizierte Natur-und Landschaftsführerin und genau sie ist es, die hier nun ihre Westentasche zeigt – den Naturpark Hüttener Berge.

Naturgenuss voraus – ab durch den Wälder
Christine Goldhamerhttp://www.goldhamer.de hakt kurz ihre Teilnehmerliste ab, gibt dem Keramikcafé, in das wir nach der Wanderung einkehren werden Bescheid, dass wir vollzählig sind – also der Kuchen bereitgestellt wird, der Kaffee und Tee gekocht – und dann gehts los! Sind wir alle fit, gibts Beschwerden und haben wir alle das richtige Schuhzeug an? Jo. Ab gehts durch schönen Wanderwege von Alt-Duvenstedt, am Bistensee vorbei!
Frau Goldhamer zeigt uns, wo´s gut lang geht. Erst einen Weg hinauf mit herrlichem Ausblick auf den glitzernden Bistensee, dann durch ein kleines Waldstück und auf einmal hört man von den ersten Wanderern schon ein AH und OH. Wir sind auf einer kleinen Lichtung angekommen. Mit Gräsern und Heide bewachsen und einfach natürlich schön. Viele wilde Blumen und Kräuter lassen die Wiese fast schon erscheinen, als seien wir bei Heidi und Peter auf der Alm!

Almwiesen in Norddeutschland? Die Hüttenerzeugnisses Berge verzaubern Mensch und Tier

Wilde Almwiese auf nördlichstem Hügel
Wir sind verzückt und bleiben ein paar Minuten an diesem wilden Ort. In dieser Zeit erklärt Christine Goldhamer, wie die Hüttener Berge entstanden sind. Der höchste Punkt ist tatsächlich gute 106m über NHN. Wir schauen von „unserer Bergkette“ – es sind die Duvenstedter Berge –  direkt auf die Geest. Die Hüttener Berge haben eine alte, spannende Geschichte. Entstanden während der letzten Eiszeit durch Vor-und Zurückbewegung des Inlandeises bildeten sich diese Hügel als Stauchung des Bodens. Wir sind hier aber nicht auf dem höchsten Berg – der ist bei Ascheffel und heißt Scheelsberg. Mit einem Bismarck Denkmal und der Globetrotter Campfire Lodge  daneben. Was wir alle nicht wussten: Die Hüttener Berge sind tatsächlich das nördlichste Hügelgebiet über 100m in Deutschland. Also mit der Almwiese lagen wir gar nicht sooo verkehrt;-).

Heidelandschaft vor dramatischem Himmel

Skima, die schimmernde Island-Hündin

Schimmernde Hunde und verzückte Menschen
Skima, die Begleitung von Christine Goldhamer, fühlt sich hier sichtlich wohl. Im Sonnenlicht schimmert das grau-silberne Fell und so erzählt Frau Goldhamer warum der Name so passend ist: Er bedeutet „Schimmer“ auf isländisch. Und Skima ist ein Islandhund – ein guter Hütehund und Menschenfreund. Christine Goldhamer ist nicht nur ausgewiesene Menschenfreundin, was man ihr mit jeder Erklärung, Geheimnis oder auch Ratschlag, den sie uns erteilt, abnimmt. Als zertifizierte Natur-und Landschaftsführerin liebt sie die Natur, die Tiere und „ihr“ Gebiet, die Hüttener Berge. Schnell wird auf dem Weg ein Mistkäfer gerettet – und erklärt, warum diese kleinen Umwelthelfer so wichtig sind – oder eine seltene Pflanze, in diesem Falle die hübsche Kuhschelle, erklärt. Die Kuhschelle steht als bedrohte Pflanze mittlerweile unter Naturschutz. Die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein kümmert sich um diese und viele andere bedrohten, heimischen Pflanzen in ihrem Projekt Blütenmeer 2020.

Lernen mit Geschichten macht Spaß
Bei allen Erzählungen und Erklärungen ist Christine Goldhamer nie die „Schulmeisterin“, sondern die sympathische Geschichtenerzählerin, die zu allem eine kleine, interessante Story kennt. Sie fragt uns, erklärt lustig, wie es zu den Knicks mitten im Wald kommt oder warum hier nun gerade welcher Baum wächst. Die Wanderung ist insgesamt 12km lang – aber kein meter ist langweilig.
Wie kommt es dazu, dass man Natur- und Landschaftsführerin wird, frage ich Christine Goldhamer.

Lebensaufgabe: Andere und sich selbst glücklich machen
„Oh, das ist auch eine Geschichte.“ grinst sie verschmitzt! „Immer schon war es mir wichtig, etwas gutes für meine Umwelt zu tun. Mein Mann und ich, wir kommen eigentlich aus Frankfurt/Main. Meine erste Ausbilderin war die zur Erzieherin. Ich leitete einen Freien Waldorfkindergarten in Frankfurt. Machte dann noch ein Aufbaustudium zur Dipl. Sozialarbeiterin. Erwachsenenbildung, Erziehungsberatung waren dann meine Aufgaben. Und der Aufbau des Freiwilligen sozialen Jahres für den Landesverband Hessen des Paritätischen Wohlfahrtverbandes. Eine sehr spannende Zeit! Ich kann ihnen sagen, mit Menschen kenne ich mich aus!“ lacht sie. Durch den Umzug nach Schleswig-Holstein, in den schönen Ort Fleckeby, hat sie sich nochmal neu erfunden. Es wurde eine Ausbildung zur ZILGREI-Lehrerin gemacht, ein Trainerschein für das Nordic Walking und zur Hospiz-Mitarbeiterin/Begleitern. Seit 2003 ist sie zertifizierte Natur- und Landschaftsführerin. Und 2007 schrieb sie sogar einen Wanderführer über den Naturpark Hüttener Berge. Sie arbeitet als freie Wanderführerin aber auch für den BNUR und die Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein. Im Rahmen des Naturgenussfestivals bieten sie und ihr Mann Exkursionen an. Wobei man bei Karl Goldhamer die professionelle Fotografie, die besten Motive und das schönste Licht entdecken kann.

Mit einer interessanten Führung die Geheimnisse entdecken
Christine Goldhamer kennt fast jeden Winkel der Exkursionen, die sie leitet. Dazu gehört auch immer eine gute Vorbereitung! „Ich gehe immer noch mal vorher mit Skima die Strecken ab. Dann weiß ich, welcher Weg der Beste ist. Wo was wächst oder was man noch entdecken kann. Das gehört für mich dazu! Ich will ja schließlich eine unvergessliche Wanderung, ein Naturerlebnis und -genuss bieten!“ Christine Goldhamer ist eine perfekte Wanderbegleitung, die nicht nur das Gebiet wie ihre Westentasche kennt, sondern dabei auch einfallsreich, lustig und sympathisch erzählt, was denn das Besondere in dieser Westentasche – am Naturpark Hüttener Berge – ist.
Ich freue mich schon auf die nächsten Wanderungen mit ihr! Wenn Ihr die Gelegenheit und die Zeit habt: Lasst Euch diesen Naturgenuss nicht entgehen!

Wer an Informationen und Wanderungen mit Christine und Karl Goldhamer interessiert ist, der schaut bitte unter www.goldhamer.de nach. Und natürlich unter www.naturgenussfestival.de.

Wer an weiteren Infos über die Natur-und Landschaftsführer interessiert ist, wendet sich bitte an das Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein in Flintbek unter www.bnur.schleswig-holstein.de

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