Handgebrautes Bier aus Kiel von Czerny – Naturgenuss, den man schmeckt!

Handgebrautes Bier in der alten Festung Friedrichsort vor den Toren von Kiel, direkt
an der Förde! Das hört sich nicht nur frisch und besonders an, das wird auch richtig genüsslich gut!
Heute besuche ich unseren neuen Partner beim Naturgenussfestival Schleswig-Holstein und der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein, die Czernys Küstenbrauerei.
Alte Festung Friedrichsort, ein neuer kreativer Ort für Kiel
„Wenn Sie vor dem Festungs-Tor stehen – kurz anrufen, wir schließen auf.“ Obwohl ich seit langem in Kiel wohne, schon oft in der „Deichperle“ war oder am Falkensteiner Strand, war ich tatsächlich noch nie in der alten Festung Friedrichsort. Kein Wunder. War auch lange Zeit militärisches Sperrgebiet und für jedermann verschlossen. Wurde dann von 3 Investoren und der Stadt Kiel erworben. Nun haben sich hier viele Kreative, Bands, der Verein der Freunde der Festung Friedrichsort und eben die Czernys eingemietet.
Eine Familien-Brauerei kurz vor den Wehen…
Jan Czerny erwartet mich schon am Tor mit einem fröhlichen Moin. Ab gehts in die Festung, einem alten gelben Backsteingebäude. Die Einfahrt ist eine große Durchfahrt mit einem Tonnengewölbe, dann gehts in einen langen Flur, von dem viele Türen abgehen. Ein Tor öffnet sich und man steht in der zukünftigen Brauerei – die vor ewigen Zeiten mal die Küche der Festung war.

Hohe Kreuzgewölbe mit teilweise freigelegten Steinen und teils schon sauber weiß verputzt lassen an eine Kapelle denken. Ein großer Raum – noch mit viel Werkzeug, Rohren und Kesseln. Noch vor kurzem standen hier noch mehr Mauern, es gab keine Abflüsse und inzwischen ist schon etwas der enormen Technik, die eine Brauerei und Destillerie benötigt, gelegt. Bald gehts los…im Juli fängt das Brauen an. Wir stehen also kurz vor der Geburt der neuen Familien-Brauerei Czerny! 
Maßgeschneidert für höchste Qualität
„Die Whiskey Destillen sind auf dem Weg. Wir haben uns viele Gedanken gemacht, versucht und probiert. Und uns letztendlich dann für maßgeschneiderte Destillen ohne Destillierböden
entschieden. Wir meinen, die Qualität der Produkte – egal ob für unseren Whiskey, Rum, Cognac oder auch Calvados – ist dann einfach besser. Da wir sehr hohe Ansprüche haben, waren dann die Kupfer-Destillen nach Maß einfach ein Muß.“ Aus Getreidemaische wird ein Extrakt hergestellt (übrigens Bio-Gerste aus Schleswig-Holstein) dem sogenannten „wash“ – also ein Bier ohne Hopfen und es wird nicht gekocht. Die Enzyme zersetzen dann den Zucker bei der Gärung weiter und entsteht mehr Alkohol. Dieses wird dann zweimal destilliert – das erste mal in einem extra Zollverschlussraum, bei dem dann genau der Alkohol für die Branntweinsteuer gezählt wird. Wer mehr wissen möchte hier: https://de.wikipedia.org/wiki/Whisky#Herstellungsprozess
Dann muss der Whiskey mindestens 3 Jahre gelagert werden. Wenn er richtig gut werden soll, am besten in alten Bourbon- oder Sherryfässern. Das „Fassmanagement“ hat Thom Glas
übernommen, erfahrener Mann aus Kiel, was Craftbier oder Whiskey angeht.
Die Lagerung sollte schon stilecht sein – Jan zeigt mir einen alten Stollen auf dem Gelände. Noch im Dornröschenschlaf, eingewachsen hinter hohen Brombeerhecken. Hier können 180 Fässer gelagert werden. Also, wenn das keinen Stil hat!!
Und was ist mit dem 5 1/ 2 Knoten Bier?
Die Bierkessel sind schon verladen und auf dem Weg nach Kiel. Insgesamt vier Kessel. Und zehn Gärtanks. Fünf Tanks á 1.400 l, Fünf á 700l und 2 offene Gärtanks á 500l für obergärige Biere. Auch wieder individuell geplant und nach modernsten Standards so z.B. mit automatischer Reinigung.
„Beim Bier brauen früher wurde nur geputzt, geputzt, geputzt…das machen wir uns leichter mit modernster Technik! Mit den unterschiedlichen Gärtanks haben wir die Möglichkeit,
unterschiedliche Biere in unterschiedlichen Mengen zu brauen. Wir wollen hier kein
Massengeschäft sondern feine, leckere Biere von bester Qualität!“ so Jan Czerny.
High-Tech für bessere Energieausbeute – nachhaltig geplant
In einem kleinerem Raum neben der Brauerei und dem Kühlraum – übrigens ein recycelter
Kühlraum vom alten Seefischmarkt – ist die „Haustechnik“ untergebracht.

Eine hypermoderne
Abluftanlage mit Wärmetauscher, die immerhin 2.000m3/Stunde „umtauschen“ muss. Die
Kühlkreisläufe sollen auch noch an die Festungs-Wärmeversorgung angeschlossen werden, so dass das alte Gemäuer auch von der Brauerei profitiert. Weiterhin stehen hier eine
Wasseraufbereitungsanlage und eine Umkehrosmose-Anlage, die dafür sorgt, dass das Wasser zum Brauen weich wird. Überhaupt, was ist mit dem Wasser?
Wissen und Erfahrung gepaart mit Erfindersinn und Neugier
Wasser! Oh, da kann Dr. Jan Czerny nun richtig ausholen. Kurze Fassung: Es kommt vom Wasserwerk Pries und wird dann in der Festung Friedrichsort in der Brauerei aufgearbeitet.
Wasser – da sind die Czernys in Ihrem Spezialelement. Aber nicht nur dort. Schon in den ersten Minuten merkt man Jan Czerny an, dass er nicht nur Brau- und Destilateurfachmann ist. Er ist genauso in der Technik wie in der Chemie zuhause. Klar, denn er und auch seine Frau Jasmin sind promovierte Biogeochemiker der Meereswissenschaften und haben jede Menge Erfahrung sammeln können. Im Geomar Helmholtz Zentrum für Ozeanforschung hat er nicht nur an mesocosmen geforscht (in einfachen Worten: Wie verhalten sich z.B. Meeresalgen, Plankton in kontrollierten Messtationen im freien unter bestimmten Bedingungen z.B. im Hinblick auf den Klimawandel z.B. http://www.geomar.de/de/entdecken/artikel/article/kein-sauerstoff-keine-chance-fuer-humboldtsnaehrstoffspritze/
sondern hat auch entscheidende Beiträge und Innovationen für die Forschungsschiffe selbst gebaut. Dies hilft nun. „Wir waren nicht die, die die Wale gestreichelt haben sondern die, die zusahen, dass die Experimente laufen.“ So Jan. Dieses Wissen und die Erfahrung kann er nun direkt in seiner eigenen Brauerei anwenden. Sowohl was die Technik angeht als auch die Chemie. Und mit Chemie meinen wir beim Bier brauen: Wie ist die optimale Beschaffenheit des Wassers, der Gerste, der gesamten Inhaltsstoffe und wie verhalten die sich im Brauprozess so, dass das Ergebnis ein „echter Czerny“ wird. Und wie macht man Hefe glücklich, denn „glückliche Hefe macht ein gutes Bier.“
Nachhaltige Qualität ohne Stress
Das ganze System lebt von der Idee der Czernys, nachhaltige Qualität ohne Stress abzuliefern. Dazu gehört auch das Marketing und der Vertrieb.
Auch hier lieber individueller Charme und Qualität als viel Masse und populär.
Sehr sympathisch, finde ich. Wie wollen Sie das hinkriegen, frage ich mich aber auch.
Da gibt es natürlich ein Konzept. „Wir möchten direkt mit Partnern zusammenarbeiten. Seien es Gastrobetriebe, Bioläden oder auch der direkte Vertrieb an den Endkunden. Oder wir kommen auch gerne auf Festen mit unserem Bierwagen vorbei. Dieses Vorgehen hat mehrere Gründe. So kommen wir nicht in den Massenmarkt. Wollen wir auch nicht. Wir haben so auch die Flaschen, das Leergut unter Kontrolle und können dies selbst wieder sammeln und selbst spülen. Dafür haben wir eine Extra-Maschine angeschafft. Wir möchten auch gerne für z.B. Gastrounternehmen das eigene Bier brauen. So hat dann eine Kneipe wie XY dann das eigene XY-Bier. Wir haben auch Extra-Zapfanlagen, die wir für Feste verleihen. Für den Anfang gibt es 4 Sorten unter der Marke 5 1/2 Knoten. Das Pils, das Baltic Porter, das Märzen und das Pale Ale. Verschiedene Geschmacksrichtungen, die wir in vielen Tastings als die Besten herausgefunden haben.
„Verschiedene Bierstile, für jeden Gaumen ein Bier und nicht ein Bier für jeden Gaumen!“ so
Jasmin Czerny stolz.
Warum heißt das Bier nun 51/2 Knoten? Ist doch logisch, sagen die Czernys: „Das ist einfach eine entspannte Segelgeschwindigkeit ist und entspricht zugleich dem Alkoholgehalt der Biere!“
Partner vom Naturgenussfestival Schleswig-Holstein
Warum sind ist Czernys Küstenbrauerei Partner vom das Naturgenussfestival und der Stiftung Naturschutz Schleswig-Holstein? Weil sie ein besonderes Interesse an Nachhaltigkeit haben, mit regionalen guten Zutaten arbeiten, ein Spitzen-Produkt herstellen und sich viele Gedanken zur Natur und Umwelt machen – dabei aber nicht dogmatisch oder „mit dem Zeigefinger“ einen auf Besserwisser machen. Und ja, weil sie für
sich, die Familie und die Umwelt etwas tun. Im regionalen, kleinen und überschaubaren Bereich und so viel, wie sie machen können – wenn das jeder so überlegt tut, dann sind wir alle ein Stückchen weiter. Machen ist das Zauberwort wie so oft – nicht nur schnacken;-). Na, ist nun ganz klar warum wir Partner sind, oder?
Für Interessierte zur Festung Friedrichsort hier noch ein Link der Freunde der Festung
Friedrichsort e.V. die auch gerne noch Mitglieder aufnehmen! : http://www.festungfriedrichsort.org

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